Blitzschutz und EMV

Blitzschläge, Blitzüberspannungen und andere elektromagnetische Einflüsse verursachen häufig Schäden in technischen Anlagen und können auch für Personen große Gefahren mit sich bringen. Mögliche Ursachen für Überspannungen sind Blitzeinwirkungen, Schalthandlungen durch den Netzbetreiber, Schalthandlungen durch den Betreiber, Netzrückwirkungen, das Schalten induktiver und kapazitiver Verbraucher (z.B. Elektromotoren und Kompensationsanlagen) sowie Schaltnetzteile und Thyristor-Steuerungen.

Engagierter Dozent im VdS-Lehrgang erläutert praxisnah die Technik des Blitzschutzes anhand eines Modells vor Teilnehmenden im Seminarraum.

Definition Blitz- und Überspannungsschutz

Blitz- und Überspannungsschutz bedeutet, die Gefahren durch Blitzschläge, Blitzüberspannungen und andere elektromagnetische Einflüsse richtig einzuschätzen und wirkungsvolle Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Hier sind Elektrofachkräfte und Blitzschutz-Fachkräfte gefragt.

Überspannungs-Schutzeinrichtung (SPD - Surge Protective Device)

Was ist SPD - außer einer sehr bekannten politischen Partei? Ein Surge Protecion Device ist ein Betriebsmittel, das im Wesentlichen aus Funkenstrecken, spannungsabhängigen Widerständen, speziellen Dioden oder Kombinationen aus diesen Bauteilen besteht.

SPD schützen elektrische Betriebsmittel und elektrische Anlagen, indem sie einen temporären Potentialausgleich herstellen und auftretende Überspannungen auf ungefährliche Werte begrenzen.

Bei SPD für energietechnische Netze unterscheidet man zwischen folgenden:

  • Blitzstromableiter für den Blitzschutz-Potentialausgleich
  • Überspannungs-Schutzeinrichtungen für elektrische Anlagen
  • Überspannungs-Schutzeinrichtungen für elektrische Endgeräte

Bei SPD für informationstechnische Netze unterscheidet man zwischen:

  • SPD für energiereiche Impulse
  • SPD für energiearme Impulse

Was ist der Unterschied zwischen äußerem und innerem Blitzschutz?

Zum äußeren Blitzschutz werden die Maßnahmen gezählt, die dazu dienen, Gebäude bzw. bauliche Anlage vor den Auswirkungen eines Blitzschlages zu schützen.

Er besteht aus:

  • Fangeinrichtung
  • Ableitungen
  • Erdungsanlage

Innerer Blitzschutz meint Maßnahmen zur Vermeidung der Auswirkungen des Blitzstromes innerhalb des zu schützenden Raumes, die über die Maßnahmen des äußeren Blitzschutzes hinausgehen.

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Welche Anlagen brauchen Blitz- und Überspannungsschutz?

Gemäß den Schadenerfahrungen der Versicherer sind Schutzmaßnahmen für folgende Anlagen besonders wichtig:

  • Starkstromanlagen mit Bauelementen der Leistungselektronik
  • Mess-, Steuer- und Regelanlagen (MSR)
  • elektronische Datenverarbeitungsanlagen (EDV)
  • computerunterstützte Produktionseinrichtungen
  • Fernmeldeanlagen
  • explosionsgefährdete Anlagen
  • Funksende- und -empfangssysteme (Antennenanlagen)
  • Anlagen der Medizintechnik
  • elektronische Geräte in der Landwirtschaft

Blitzschutzanlagen

Im Bereich Blitzschutzanlagen wirken verschiedene Maßnahmen zusammen, darunter:

  • Fangeinrichtungen, die den Blitz „abfangen“
  • Ableitungen, die die abgefangenen Blitze zur Erdungsanlage weiterleiten
  • Trennungsabstände zur Vermeidung von Überschlägen
  • Erdungsanlagen verschiedener Art, die die Blitze auf kürzestem Weg in die Erde ableiten

Schulungen zum Blitzschutz und Überspannungsschutz im VdS-Bildungszentrum

VdS-Lehrgänge und Online-Seminare unterstützen Sie, die Anforderungen aus Gesetzen, Normen und Richtlinien fachkundig umzusetzen und ein hohes Schutzniveau zu erreichen.

VDE geprüfte Blitzschutzfachkraft / VdS-anerkannter EMV-Sachkundiger

Personen, die elektrische Anlagen planen, betreiben, errichten oder bewerten sollen, finden in den Lehrgängen „Blitz- und Überspannungsschutz” und „EMV und Oberschwingungen” fundiertes Wissen.

Die beiden Lehrgänge sind zudem Bestandteile des Anerkennungsverfahrens zum EMV-Sachkundigen (VdS)(öffnet in neuem Tab). Die Sachkundigen werden in einem VdS-Verzeichnis(öffnet in neuem Tab) geführt und können damit ihre Qualifikation gegenüber potenziellen Auftraggebern nachweisen.

Seminare zum Blitzschutz für Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen

Explosionsgefährdete Bereiche benötigen häufig Maßnahmen des inneren und äußeren Blitzschutzes. Im VdS-Lehrgang werden die Kenntnisse über Explosions- und Blitzschutz vermittelt, die für das Errichten, Prüfen und Warten von Blitzschutzsystemen in explosionsgefährdeten Bereichen notwendig sind.

Im Angebot ist auch ein Aktualisierungslehrgang zum selben Thema, der Änderungen in Technik, Gesetzen und Normen behandelt. Denn aktuelles Wissen ist gerade für Blitzschutzfachkräfte und EMV-Sachkundige von großer Bedeutung.

Nach Abschluss des Aktualisierungs-Lehrgangs wird ein Nachweis ausgestellt, der bei der Verlängerung der Eintragung als VdS- oder VDE-anerkannte Blitzschutzfachkräfte für explosionsgefährdete Bereiche verwendet werden kann.

VdS-anerkannte Blitzschutzfachkraft für explosionsgefährdete Bereiche

Die Teilnehmenden des Aufbaulehrgangs zur Blitzschutzfachkraft für Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen haben nach bestandener Abschlussprüfung die Möglichkeit, sich unter bestimmten Voraussetzungen (siehe VdS 2011) als VdS-anerkannte Blitzschutzfachkraft für explosionsgefährdete Bereiche (BEx-Fachkraft) zertifizieren zu lassen. Dieses Zertifikat kann als Kompetenznachweis zur Befähigten Person im Sinne der Gefahrstoff-/Betriebssicherheitsverordnung dienen.

An wen richten sich VdS-Fortbildungen zum Blitz- und Überspannungsschutz?

Die Angebote richten sich an Errichter, Sachkundige und Betreiber von elektrischen Anlagen und Blitzschutzsystemen sowie an Blitzschutzfachkräfte, Planer, Prüfer, Projekt- und Betriebsingenieure und -ingenieurinnen, Meisterinnen, Techniker sowie alle Personen, die sich mit Blitzschutzsystemen befassen, zum Beispiel auch Mitarbeitende in Genehmigungsbehörden und in der Industrie.

Gesetze, Normen und Richtlinien im Blitzschutz

Gesetz EMVG

Wichtige Informationen enthält das Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG) vom 14. Dezember 2016 (BGBl. I S. 2879), erhältlich beim Bundesanzeiger Verlag GmbH.

DIN-Normen

  • Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) Errichten von Niederspannungsanlagen
  • Reihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305) Blitzschutz
  • DIN EN 61643-1 (VDE 0675-6-11) Überspannungsgeräte für Niederspannung, Teil 11
  • DIN EN 61643-21 (VDE 0845-3-1) Überspannungsgeräte für Niederspannung; Teil 21
  • Reihe DIN VDE 0845 Schutz von Fernmeldeanlagen gegen Blitzeinwirkungen, statische Aufladungen und Überspannungen aus Starkstromanlagen
  • Reihe DIN VDE 0855 Kabelnetze fur Fernsehsignale, Tonsignale und interaktive Dienste
  • DIN VDE 0855-300 Funksende-/-empfangssysteme für Senderausgangsleistungen bis 1 kW
  • VDE-AR-N 4100 Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb
  • DIN 18014 Fundamenterder – Planung, Ausführung und Dokumentation

Publikationen von VdS/GDV

Ihre Vorteile

  • Erstklassige Referentinnen und Referenten aus der Praxis
  • Praxisnaher Unterricht
  • Begrenzte Teilnehmendenzahl
  • Austausch und individuelle Hilfestellung durch die Referierenden
  • Schulungsunterlagen und Verpflegung inklusive
Sympathischer Mann mit entspanntem Lächeln vor moderner Glasfassade – steht für praxisnahe, qualitativ hochwertige VdS-Fortbildungen mit erstklassigen Referenten.

VdS-Fortbildungen zum Blitz- und Überspannungsschutz

Lehrgang

Blitz- und Überspannungsschutz

(VDE geprüfte Blitzschutzfachkraft)
Bestandteil des Anerkennungsverfahrens zum EMV-Sachkundigen (VdS) - Teil 1

Blitzschläge, Blitzüberspannungen und andere elektromagnetische Einflüsse verursachen...

Unterrichtsform

  • Präsenz
  • Online

Kursinfo

  • 3 Termine
  • 3 Standorte
Fachtagung

Brandschutz in elektrischen Anlagen

Bei dieser Veranstaltung stellen wir Ihnen Erkenntnisse aus Schadenanalysen und -ursachenermittlungen vor. Daraus können Sie Vorkehrungen für den ordnungsgemäßen Betrieb elektrischer Anlagen für Ihre...

Unterrichtsform

  • Online
  • Präsenz

Kursinfo

  • 2 Termine
  • 2 Standorte
Lehrgang

EMV und Oberschwingungen

Bestandteil des Anerkennungsverfahrens zum EMV-Sachkundigen (VdS) - Teil 2


Personen, die elektrische Anlagen planen, betreiben, errichten oder bewerten sollen, finden in diesem Lehrgang fundiertes...

Unterrichtsform

  • Präsenz

Kursinfo

  • 2 Termine
  • 2 Standorte

Das sagen unsere Teilnehmenden

FAQ - Fragen und Antworten zum Thema Blitz- und Überspannungsschutz

Was ist unter Blitz- und Überspannungsschutz zu verstehen?

Blitz- und Überspannungsschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz elektrischer Anlagen, Systeme und Gebäude vor Schäden durch direkte Blitzschläge oder indirekte Überspannungen. Dabei werden äußere und innere Schutzmaßnahmen kombiniert, um Personen- und Sachschäden zu verhindern.

Was unterscheidet äußeren von innerem Blitzschutz?

Der äußere Blitzschutz schützt bauliche Anlagen durch Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungsanlagen. Der innere Blitzschutz schützt elektrische und informationstechnische Systeme innerhalb des Gebäudes – durch Potentialausgleich, Trennungsabstände und Überspannungsschutzgeräte (SPD).

Was sind Überspannungsschutzgeräte (SPD) und wie wirken sie?

SPD (Surge Protective Devices) sind Bauelemente, die gefährliche Überspannungen auf ein sicheres Niveau begrenzen. Sie werden nach Typen unterteilt: Typ 1: für Blitzstromableitung Typ 2: für den Schutz elektrischer Anlagen Typ 3: für Endgeräte Auch Kombinationen aus Typ 1 und Typ 2 sind gängig.

Wo ist Blitz- und Überspannungsschutz erforderlich?

Er ist essenziell bei Anlagen, wie zum Beispiel: Steuer- und Regeltechnik IT- und Telekommunikationsanlagen Medizintechnik Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen Sicherheits- und Gefahrenmeldeanlagen (z. B. BMA, EMA)

Welche gesetzlichen Grundlagen gelten im Blitzschutz?

Wichtige Regelwerke sind: DIN EN 62305 (VDE 0185-305) - Blitzschutz DIN VDE 0100-443 / -534 - Schutz gegen Überspannungen EMVG - Gesetz über elektromagnetische Verträglichkeit VdS 2031, 2010, 2019, 2349-2 - Richtlinien zur Risikovermeidung und zum normgerechten Aufbau

Was regelt die Blitzschutzklasse?

Die Blitzschutzklasse definiert das geforderte Schutzniveau eines Systems. Je nach Gebäudetyp, Nutzung und Gefährdungspotenzial wird Klasse I (höchster Schutz) bis IV (niedrigster Schutz) angesetzt. Daraus ergeben sich Anforderungen an Maschenweiten, Fang- und Erdungsanlagen sowie Trennungsabstände.

Was bedeutet Trennungsabstand und warum ist er wichtig?

Der Trennungsabstand ist der Mindestabstand zwischen dem Blitzschutzsystem und leitfähigen Gebäudeteilen, um gefährliche Überschläge zu vermeiden. Wird dieser unterschritten, drohen Durchschläge und Geräteschäden. Alternativ muss ein Potentialausgleich erfolgen.

Welche Rolle spielt der Potentialausgleich im Blitzschutz?

Ein wirksamer Potentialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile im Gebäude mit der Erdungsanlage. Dies verhindert Spannungsunterschiede im Fall eines Blitzeinschlags und schützt Personen und Geräte vor gefährlichen Überspannungen.

Was bietet das VdS-Bildungszentrum an Schulungen zum Blitzschutz?

Das Angebot umfasst: Grundlagenschulung zum Blitz- und Überspannungsschutz, das entspricht der Qualifikation zur anerkannten Blitzschutzfachkraft Aktualisierungslehrgänge zu neuen Normen und Technologien Aufbaulehrgänge zur Blitzschutzfachkraft für Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen Aktualisierungslehrgänge für Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen Lehrgänge mit dem Thema EMV- und Oberschwingungen

Welche Vorteile haben VdS-anerkannte Fachkräfte?

VdS-anerkannte Blitzschutzfachkräfte können sich in ein offizielles Verzeichnis eintragen lassen und dokumentieren damit ihre fachliche Qualifikation gegenüber Auftraggebern, Behörden oder Versicherern – ein echter Wettbewerbsvorteil.

Was macht die VdS-Fortbildungen im Bereich Blitzschutz besonders?

Teilnehmende profitieren von: Referentinnen und Referenten mit jahrelanger Praxiserfahrung Kombination aus Theorie, Praxis und Normenwissen kleinen Gruppen, Austausch und individueller Betreuung hochwertigen Unterlagen und bei Präsenzveranstaltungen auch mit Verpflegung inklusive

Was passiert bei einer Stornierung der Buchung?

Schriftliche Stornierungen sind bis vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn kostenlos möglich. Bis zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn sind 50 % der Teilnahmegebühr zu tragen. Bei einer späteren Abmeldung oder bei Nichtteilnahme ist die volle Teilnahmegebühr zu entrichten. Maßgebend ist der Eingang der schriftlichen Stornierung. Eine Ersatzperson kann jederzeit benannt werden. Details finden Sie in den AGB der VdS Schadenverhütung GmbHAllgemeine Geschäftsbedingungen der VdS Schadenverhütung GmbH(öffnet in neuem Tab).

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Aufmerksames Erdmännchen unter strahlend blauem Himmel blickt zur Sonne – Symbolbild für wachsames Lernen und entspannte Weiterbildung beim VdS-Bildungszentrum.